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Paléo 2012: Geschenk auspacken und geniessen!

18. July 2012 |  Paléo Festival

cardinal

In bester Kleinkind-Ich-verreck-vor-Nervosität-Manier wartete ich im April, bis endlich das Programm veröffentlicht wurde. Dann nichts wie los: Tickets kaufen, Festival-Freunde einpacken, alles minutiös durchplanen .... und kaum geht das Festival los, tanzen die Pläne bereits auf dem Kopf. Alles fürn A..., trotz all meinen Jahren Paléo schaffe ich es: Ich mache DEN Fehler, die Mutter aller Trottel-Anfänger-Touristen-Fehler: Statt wie üblich mit dem Zug komme ich mit dem AUTO. Der Osterstau am Gotthard ist ein Dreck im Vergleich zu dem, was hier abgeht. Schon verpasse ich das erste Konzert. Gut gemacht. Verdammt.

 

Kaum aus dem Auto raus ist die Kleinkind-Freude zurück. Looooos! Keine Zeit verlieren! Wie viel Uhr ist es? 19:30 Uhr... Gutes Timing und perfekt, um bei den Cardinal-Containern noch ein frisches, kühles Cardinal abzuholen. Und ich hätte es wissen müssen: Meine Freunde, die ich dank dem Osterstau verpasst habe, stehen bereits an der Bar. Aus dem einen Bier werden zwei.

 

Das Konzert von Camille beginnt. Eine Frau mit unglaublichem Charisma. Ihr Gesang und die macht Sachen mit ihrer Stimme, hoioioi! Sagt man dem noch „singen“? Unsere Phantasien sagen uns etwas anderes...

 

Ich gehe durch das "village du monde". Bevor ich mit dem Durchstöbern hier richtig loslegen kann, erreichen mich auch schon die klirrenden Gitarren von Franz Ferdinand. Franz ich komme, Village du monde, sorry, für dich nehm ich mir morgen Zeit. Hui, die Masse lässt sich von Franz Ferdinand richtig einheizen. Das geht brutal ab hier. Die Leidenschaft, der Rhythmus, die Kraft. Alle Hände sind in der Luft. Und es geht noch krasser: Der Song Take me Out lässt alle endgültig ausflippen. Paléo ist Melodie, und Franz Ferdinand ist auch Melodie. Zurecht sind sie zum wiederholten Mal hier. Wir flippen aus! Das ist Festivalatmosphäre auf Knopfdruck! Die Mädchen springen sich in die Arme und man trifft mitten in den Gezeiten der durchdrehenden Masse völlig überraschend auf alte Bekanntschaften. Ja, Paléo ist genau das. Die grosse Familie, eine grosse Versammlung der ganzen Romandie.

 

Paleo1
 

 

22:30 Uhr: Ein grosses Dilemma: M83, Omar Souleyman, Peter Kernel? An welches Konzert gehe ich? Ich entscheide mich für M83. Nach unzähligen Zeitungsartikeln sind die Erwartungen verdammt hoch. Ihr Album ist für mich ein Meisterwerk. Wow, und live sind sie erst der richtige Knaller. Ihre Texte haben noch richtig viel Bedeutung. M83 ist erstaunlich verführerisch. Aber nun genug heisser Britpop: ich wechsle das Universum und lande auf dem Planeten von Manu Chao!

 

Dicht gedrängt stehen alle vor der grossen Bühne und warten auf seinen Auftritt. Und da kommt er. Und dann fallen alle in Ekstase und zwar so dermassen fest, dass ich das Konzert absolut nicht mehr geniessen kann. Sie meinen sie singen, aber das was da aus den Leuten zu den Songs von Manu Chao rauskommt ist mehr ein Gekrächze! Das halte ich im Kopf nicht aus. Bloss weg hier.

 

In den hinteren Reihen suche ich nach Menschen, die noch nicht in der Gekrächze-Trance angekommen sind – vergeblich. Naja, Manu Chao ist echt nicht mein Typ, aber es fasziniert mich schon, wie der das komplette Publikum auseinandernimmt. Die drehen alle komplett durch hier!

 

Für mich heisst es „Tschüss Manu Chao!“ Hanni Et Katib ist nun genau richtig: Eine neue Rock’n’Roll-Sensation, die ihr Konzert mit dem Titel „Dead Wrong“ eröffnen. Yessss! James Dean fände das Zeugs geil. Das Schnippen der Finger, die Gitarren, das doo wap doo... da ist auch ordentlich Soul mit drin. Version 2012. Das begeistert mich hier. Schreien und hysterisch werden macht hier richtig Sinn. Und so ist mein James Dean auch ganz nahe bei mir. Als Frau musst du diesen Typen einfach lieben. So ist das.

 

So, alles typisch Paléo hier und genug der Emotionen für diesen ersten Abend.





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Ein kräftiger und explosiver Abend

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